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21. Medienforum NRW – was wird aus der Werbung?

11. Juni 2009 Events, Szene Keine Kommentare

Nach drei Jahrzehnten Wachstum erlebt die Werbebranche in Deutschland erstmals eine längere Krise. Im vergangenen Jahr gingen die Netto-Werbeeinnahmen um mehr als zwei Prozent zurück. Die TV-Branche verzeichnete netto sogar ein Minus von fast drei Prozent.

Die Zeitungseinnahmen durch Werbung sanken im Vergleich zum Vorjahr um mehr als vier Prozent. Für dieses Jahr rechnet der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) mit einem Rückgang um bis zu acht Prozent. Die Branche sucht nach neuen Konzepten. Klassische Werbung allein reicht nicht mehr aus. Gefragt sind interaktive Elemente, bessere Nutzungsdaten und eine Antwort auf das ausdifferenzierte Medienverhalten der Nutzer.

Beim Fernsehkongress des 21. medienforum.nrw werden Experten nach neuen Wegen suchen. Zeitversetztes Fernsehen, Fernsehnutzung per Internet, der verstärkte Trend zur Nutzung von Online-Medien und die zunehmende Mobilität der Mediennutzung fordern neue Methoden und aussagekräftige Instrumente zur Reichweitenmessung. Werbefinanzierte Content-Anbieter müssen zukunftsfähige Geschäftsmodelle entwickeln können, und die werbetreibende Wirtschaft braucht Informationen darüber, wo sie welche Zielgruppe am besten erreicht.

Sind Twitter-Klicks so wertvoll wie ein Page View bei Spiegel Online? Sind durch Gratis-Exemplare erhöhte Auflagenzahlen so gut wie jene, die auf Abonnements basieren? Ist ein TV-Tausender-Kontakt wertvoller als ein Print- oder Online-Tausender-Kontakt? Mit diesen Fragen wird sich am 23. Juni in Köln eine Expertenrunde auseinandersetzen.

Nach einer Einführung von Dr. Horst Stipp, dem Senior Vice President, Strategic Insights and Innovation des Networks NBC Universal, werden drei renommierte Werbefachleute ihre Perspektiven zur Diskussion beitragen: Florian Ruckert vertritt als Geschäftsleiter Marketing von IP Deutschland die RTL Group und damit den deutschen Free-TV-Marktführer. Axel Pichutta leitet als Managing Director eine der ältesten Mediaagenturen in Deutschland. Barbara Wiewer ist seit April Direktorin für Marketing, Strategie und Service der WDR Mediagroup GmbH.

Außer den Anbietern und Vermarktern von Werbeplätzen machen sich auch die Werbeagenturen Gedanken über neue Modelle der persuasiven Kommunikation. Dabei spielt die Qualität von Werbekontakten eine größere Rolle als die pure Reichweite. Allmählich verändern sich deshalb auch die Formen der Werbung und ihre Kanäle.

Die Entwicklung führt vom einfachen Spot zu interaktiven Formaten, die auf unterschiedlichen Plattformen eingesetzt werden können. Andreas Gahlert wird solche Konzepte am 23. Juni in einer Keynote erläutern. Gahlert gründete die Agentur Neue Digitale/Razorfish und ist Vorstand für digitales Marketing im Gesamtverband Kommunikationsagenturen e.V. (GWA), mit dem das 21. medienforum.nrw kooperiert.

Ob und wie interaktive Werbekonzepte funktionieren, wird im Rahmen des Internationalen Fernsehkongresses bei einem Panel diskutiert, das außer Andreas Gahlert fünf weitere Branchenvertreter aufbietet: Thomas Schönen ist Leiter Communication & Insight Management der Beiersdorf AG, Dr. Steven Althaus arbeitet als Vice President Marketing Communications bei der Allianz Holding AG, Thomas Heilmann agiert als Gesellschafter der Scholz & Friends AG, Jochen Sengpiehl leitet das Marketing der VW AG und Raghav Gupta reist als Vice President der amerikanisch-britischen Internet-TV-Plattform Brightcove nach Köln.

Das 21. medienforum.nrw bietet im Rahmen des Internationalen Fernsehkongresses noch zwei weitere Podiumsdiskussionen an, die sich mit Werbung und Fragen der Finanzierung von TV-Programmen auseinandersetzen. Dabei stehen vor allem aktuelle Debatten über Werbeverbote und die neue EU-Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste im Vordergrund.

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Autor am 11.Juni 2009:

Sigrid Schwarze
(MEDIA LOTSE - Agentur für PR, Konzeption und Planung)

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