Krise schweisst Medienmacher zusammen
Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen im Medien- und Informationstechnologiesektor lag im zweiten Quartal 2009 weiterhin brach. Allerdings hat sich nach Angaben der Investmentbanker der Jordan Edmiston Group (JEGI)…
…erst in den vergangenen Wochen eine Trendwende abgezeichnet. Dabei rückt besonders der Bereich Mobile Media & Technology ins Rampenlicht, der ein Plus von 46 Prozent an Transaktionen aufweist.
Zwar bewegten sich Fusionen und Übernahmen (M&A) in der Medien- und Informationsindustrie mit 171 Deals und einem Volumen von 4,1 Milliarden Dollar weiterhin auf niedrigem Niveau. Verkäufer hätten ihre Erwartungen zuletzt jedoch spürbar angepasst, während Käufer mehr und mehr Vertrauen in den Markt zurückgewinnen, womit der jüngste Aufschwung zu erklären sei.
“Strategische Käufer schwenken derzeit aus ihrer defensiven Haltung in eine Suche nach Möglichkeiten, um Wachstum zu forcieren. Dabei erschließen sie auch neue Geschäftsmodelle”, so JEGI. Medienunternehmen würden ihren Fokus verstärkt auf integrierte Strukturen und Lösungen legen.
So entwickeln sie sich von herkömmlichen Verlegern zu Multi-Kanal-Anbietern, die den Konsumenten zum gewünschten Zeitpunkt und auf bevorzugte Art und Weise aus einer Hand mit qualitativ hochwertigem Content versorgen. Dadurch steigt der Konsolidierungsdruck in der Branche, der besonders große Player zu Fusionen sowie zu Übernahmen kleinerer Anbieter veranlasst.
Die Nutzung mobiler Angebote und Applikationen explodiere zur Zeit regelrecht. In Form von Fusionen und Übernahmen versuchen sowohl kleine als auch große Marktteilnehmer, Fuß zu fassen bzw. ihre Präsenz im mobilen Bereich zu erhöhen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Nicht zuletzt der Hype um Dienste wie den Appstore oder die rasant steigende Zahl an mobilen Webangeboten und mobiles Social Networking geben diesen Tendenzen Nahrung.
Der Werbemarkt werde in dem Segment in den kommenden beiden Jahren um 28 bzw. 30 Prozent wachsen. Viele Player, die derzeit noch nicht aktiv an dem Kuchen mitnaschen, würden in Hinblick auf die Wachstumsperspektiven vielversprechende Geschäfte wittern und Beteiligungsmöglichkeiten suchen.
Die Experten erwarten daher eine wieder steigende Zahl an Fusionen und Übernahmen. Der Medien- und Techniksektor dürfte künftig noch enger zusammenrücken.
Autor am 05.Juli 2009:
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