Printkrise trifft Forbes
Die Printkrise macht auch vor international renommierten Wirtschaftsmagazinen wie dem Forbes Magazine nicht halt (Foto: Steve Forbes). Wenn gleich Forbes lange Zeit beinahe als Synonym für Begriffe wie Reichtum und Erfolg gesehen wurde…
…muss das Unternehmen aufgrund des schwachen Anzeigengeschäfts und der allgemeinen wirtschaftlichen Krise nun auch den Gürtel enger schnallen. Obwohl die Auflagenzahlen relativ stabil geblieben sind, hat Forbes den Preis für Abos in den vergangenen Monaten kontinuierlich gesenkt, was darauf hindeutet, dass das Magazin hart darum kämpft, seine Kunden zu halten.
Wie die New York Times berichtet, sind die Anzeigenseiten bei Forbes im ersten Quartal um 15 Prozent geschrumpft. Das Unternehmen war seit seinem Bestehen für die gute Bezahlung seiner Mitarbeiter bekannt. Seit November vergangenen Jahres allerdings hat auch Forbes 100 seiner 1.000 Angestellten entlassen und darüber hinaus einen fünftägigen unbezahlten Urlaub für die Mitarbeiter angekündigt.
Im Jahr 2006 wurde der Wert des Unternehmens noch auf rund 750 Mio. Dollar geschätzt. “Wahrscheinlich ist es heute nicht einmal mehr die Hälfte davon wert”, meint Mark M. Edmiston von dem Beratungsunternehmen AdMedia Partners.
Forbes ist nicht das einzige Wirtschaftsmagazin, dass durch die Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten ist. Auch die Wettbewerber Fortune und Business Week haben schwer mit dem Anzeigenrückgang zu kämpfen. Beide Magazine haben ebenfalls Mitarbeiter abgebaut. Wie Erhebungen der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma) von Ende Januar dieses Jahres zeigen, blieben die Reichweiten auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt zwar trotz Krise stabil.
Einzelne Bereiche, darunter auch die Wirtschaftspresse, büßten jedoch auch signifikant an Reichweite ein. “Die generelle Reichweite der Zeitschriften wäre eine gute Basis für ein stabiles Anzeigengeschäft 2009. Allerdings ist zu befürchten, dass die allgemeine wirtschaftliche Krise dies überlagern wird”, so Michael Walter, Vorstand Zeitschriften der ag.ma, gegenüber pressetext. Grundsätzlich gelte, dass gut gepflegte Marken sich auch in schwierigen Märkten konstant hielten.
Dennis Kneale, ehemaliger leitender Redakteur bei Forbes, geht davon aus, dass das Heft zur Zeit auf die härteste Probe in seiner Geschichte gestellt wird. Die Brüder Steve und Tim Forbes, die in der dritten Generation das Unternehmen leiten, hätten nie zuvor so etwas durchstehen müssen. “Es wird sich zeigen, ob sie das Management-Talent haben, ein Magazin in einem solchen Umfeld zu publizieren”, so Kneale.
Quelle: pte
Autor am 16.Juni 2009:
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Sigrid Schwarze
(MEDIA LOTSE - Agentur für PR, Konzeption und Planung)
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