US-Musikmagazin “Vibe” wird eingestellt
Die gegenwärtige Krise in der US-amerikanischen Printmedienlandschaft hat ihr nächstes prominentes Opfer gefordert. Nachdem erst kürzlich das renommierte Forbes Magazine einräumen musste, den wirtschaftlichen Gürtel künftig enger schnallen zu müssen…
…geistert nun bereits die nächste Schreckensmeldung durch die US-Medienbranche. Im Zentrum der Aufregung steht dabei das renommierte Musikmagazin “Vibe“, das nach über 16 Jahren eingestellt worden ist.
“Schweren Herzens muss ich einige schlechte Neuigkeiten mit euch teilen. Das Vibe Magazin wird mit 30. Juni seine Arbeit beenden”, schreibt Steve Aaron, CEO der als “schwarze Ausgabe des Rolling Stone” geltenden Zeitschrift, in einer mittlerweile von US-Medien veröffentlichten E-Mail-Aussendung an die eigene Belegschaft.
Als Grund für die Schließung nennt Aaron vor allem den Kollaps am Kapitalmarkt. “In den vergangenen paar Monaten haben wir sehr aktiv versucht, alle zur Verfügung stehenden Investmentressourcen auszuschöpfen und gemeinsam mit unserer Bank sehr intensiv nach einer Lösung gesucht. Die Situation am Markt ist derzeit aber sehr schlecht und so ist die Schließung letztendlich unausweichlich geworden”, erklärt Aaron.
Insbesondere der Einbruch im Anzeigengeschäft habe das Musikmagazin hart getroffen. Kernanzeigenkunden wie die Automobil- und Modebranche, die zuvor den Großteil der Umsätze eingebracht hätten, seien nach der Reihe abgesprungen.
“Diese Tatsache hat gemeinsam mit der allgemein rückläufigen Entwicklung in der Musikindustrie und der Konsolidierung im Zeitungskiosk-Großhandel unser eigenes Geschäft signifikant negativ beeinflusst”, erläutert Aaron und verweist gleichzeitig darauf, dass sich die Printmedienbranche derzeit in der “schwersten Rezession” befinde, die er jemals erlebt habe.
Gegründet wurde das auf Hip-Hop, R&B und urbane Lebenskultur spezialisierte “Vibe”-Magazin im Jahr 1993 von dem legendären Musikproduzenten Quincy Jones. Als sich die genannten Musikrichtungen gegen Ende der 1990er Jahre zunehmend auch zu einem kommerziellen Erfolg entwickelten, erlebte auch das “Vibe” seine Blütezeit.
Im Laufe der 16-jährigen Geschichte des Blattes sorgte das Magazin aber auch für einige Negativschlagzeilen. So wurde etwa für die Ausgabe im Oktober 2008 ein Bild der R&B-Sängerin Ciara nachweislich per Photoshop bearbeitet, um am Ende ohne jegliche Genehmigung in Form eines Nacktfotos auf dem Cover abgedruckt zu werden. Gerüchte darüber, dass “Vibe” mit ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen habe, wurden erstmals Anfang Mai laut.
Die Zeitschriften- und Magazinbranche hat nicht nur in den USA mit einem zunehmenden wirtschaftlichen Druck zu kämpfen. Auch in Deutschland bestätigt der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) einen Einbruch im Anzeigengeschäft. Demnach hat sich das Volumen der Anzeigenseiten in Publikumszeitschriften im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent gegenüber 2007 reduziert.
Angesichts schwieriger wirtschaftlicher Perspektiven seien die Marketingbudgets in vielen Unternehmen gekürzt worden. Am schwersten betroffen seien vor allem solche Titel, die ihre Anzeigenkunden vorwiegend aus der Automobil- und Finanzwirtschaft rekrutieren würden, heißt es vom VDZ.
Quelle: pte
Autor am 02.Juli 2009:
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